Expertin für Selbstschutz und Traumaprävention

Wie ich wurde, was ich bin: Mein Weg zur Trainerin für Selbstschutz und Traumaprävention

Meine Motivation besteht darin, Menschen darin zu bestärken, mit ihren eigenen Ressourcen, ungesunde oder auch traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Seit ich denken kann, interessiere ich mich für Menschen und ihre unterschiedlichen Verhaltensweisen. Aber wie wurde aus der 1971 in Nordrhein-Westfalen geborenen Marion eine Trainerin für Selbstschutz und Traumaprävention? Wie kam es, dass sich mein Interesse an menschlichen und zwischenmenschlichen Abläufen darauf konzentriert, die Aktivierung der Selbstschutzkräfte in den Fokus zu rücken? Dieser Frage gehe ich genauer auf die Spur.

  1. Sommer 1977: Familie Abend in Aktion. 6 Jahre war ich, irgendwo zwischen Kindergarten und Grundschule. Wer einen sechs Jahre älteren Bruder hat, der versteht bestimmt meine Mimik 😊. Hier habe ich gelernt, mich gegenüber großen Menschen zu behaupten. Das hat wohl dazu beigetragen, dass ich einen starken Eigensinn entwickelt habe und zudem sehr schnell andere Menschen einschätzen konnte, wollte oder musste.
Eines der wenigen „Freizeit-Familienfotos“ der Familie Abend 😊
  1. August 1978: Mein erster großer Auftritt war in Perranporth/Cornwall. Sehr genau erinnere ich mich an den Moment, als ich begann, in einem englischen Kinderhotel ein deutsches Kinderlied zu singen. Still wurde es in dem großen Raum, alles lauschte. Ich sang und sang, bis zu letzten Strophe. Dieses Sofort-Bild schenkte mir der Zauberer, der auch einen Auftritt hatte. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie überrascht ich war, meinen Bruder dort neben mir zu sehen. Vor lauter Lampenfieber hatte ich das während des Auftritts gar nicht bemerkt.
Ein kleines Mädchen bei ihrem ersten Bühnenauftritt
„For Marion who sang so well at Perranporth“ schrieb mir der Zauberer Rex Copper auf die Rückseite
  1. 7. September 1981: Beginn meiner 6-jährigen Latein-Haft: Dass ein Lehrer innerhalb weniger Minuten die Vorfreude auf die erste Fremdsprache vernichten kann, habe ich an diesem Tag gelernt. Es war der Tag meiner 1. Lateinstunde: Missachtung der Augenhöhe – Erziehungsmittel Angst – Ungleichbehandlung. Rückblickend kann ich sagen, dass sich in dieser Zeit mein Sinn und Interesse für Selbstschutz-Strategien entwickelt hat. Ich glaube inzwischen, dass ich mein Latinum nur geschafft habe, um mich gegen diesen „Lehrer“ behauptet zu haben.
  1. 15. Dezember 1995: Ich werde Streetworkerin in Bonn nach Sozialarbeit-Studium. 5 Jahre habe ich im Bonner Loch und Umgebung als Streetworkerin gearbeitet. Ich kenne die Überlebensstrategien, die Menschen in besonderen Situationen entwickeln. Ich weiß, wie wichtig Durchsetzungsfähigkeit sein kann. Und ganz besonders habe ich dort erfahren, dass es jederzeit Möglichkeiten gibt, das Leben in eine ganz andere – gesunde – Richtung zu lenken.
Campingurlaub und Fahrradtour miteinander verbinden
Hauptsache draußen! Als Ausgleich bin ich häufig mit Rad und Zelt in der Natur
  1. 2. Juli 2000: Ich werde Mutter. „Alles wird sich ändern, wenn du Mutter wirst.“ So ähnlich sagte es mir mein damaliger Kollege, einige Monate vor der Geburt meiner Tochter. Wie Recht er hatte. Liebe, Verantwortung, Überschreitung innerer und äußerer Grenzen – Das Mutter-Sein ist so viel mehr, als ein Kind zu bekommen. Meine Tochter kam nicht ganz gesund auf die Welt, sie entwickelt sich langsamer und anders. Ein Wert hat dadurch für mich besonders an Bedeutung gewonnen: Gleichbehandlung
  1. 28. August 2003: Alleine mit zwei Kindern Genau an diesem Tag habe ich die Gewissheit: Ich werde meine (inzwischen 2) Kinder alleine erziehen. „Ab heute bin ich Alleinerziehende.“ Nein! Das hatte ich nicht geplant. Das war einfach da. Und? Wie geht das überhaupt? Wie macht man das so mit 2 Kindern? Ich hatte kein Drehbuch und keine Vorbilder. Ich hatte meine Intuition, meine Energie, meine Zuversicht und meine Eltern. Dass daraus 10 Jahre wurden, habe ich damals noch nicht geahnt, ich hatte gar keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Es gab Wichtigeres zu tun.
Zwei Jahre später: 1 + 2 = Familie Abend
  1. Mai 2005: Reise zu mir bzw. nach Kreta. „7 Tage kinderfrei“ – Das hatte ich mir zu Weihnachten von meinen Eltern gewünscht. Sie haben es mir geschenkt. Was ich gemacht habe? Ich habe einen Flug nach Kreta gebucht. Aus anfänglichem unvorstellbaren Heimweh wurden tiefgründige Begegnungen, grandiose Wanderungen und ganz viel Leben, eine Reise zu mir. Im Nachhinein betrachtet, habe ich intuitiv mein Selbstschutz-Programm geloaded.
Kreta
Wandern an der Südküste Kretas? Wohl eher: Wandern zu mir selbst!
  1. 20. Januar 2011: Anmeldung in der Heilpraktikerschule Westfalen: Ausbildung zur HP Psychotherapie Ich wollte mehr, sehnte mich nach Weiterentwicklung! Aber kann ich neben meines 30-Stunden Jobs als Sozialarbeiterin und meinen Kindern auch noch zur Abendschule gehen? Wie kann das funktionieren? Das war mir nicht klar. In dieser Zeit ist mein Interesse an effektiven Lernmethoden und gehirngerechten Strategien entstanden – fernab von dem, was ich in Schule und Studium gelernt habe. Mit Erfolg – Seit dem 31. Oktober 2012 bin HP Psych.
  1. März 2012: Start meines NLP-Abenteuers: In einer Woche Bildungsurlaub „NLP Basiskurs“ habe ich mehr über gesunde Kommunikation und Aktivierung innerer Ressourcen erfahren, als ich bis dahin gelernt habe. Endlich habe ich einen Rahmen gefunden, mit welchem ich meinem Gespür für Menschen, meiner Empathie und meiner Sehnsucht nach Weiterentwicklung einen Nährboden geben konnte. Seitdem ist NLP ein fester Bestandteil meines Lebens.
  1. August 2014: Vertrauen in uns: Kanutour mit meinen 2 Kids. 8 Tage waren wir mit dem Kanu unterwegs. Von Wasser-Wander-Rastplatz zu Wasser-Wander-Rastplatz. Zelt aufbauen – Zelt abbauen und weiter. Natur pur. Ab und zu haben wir auch andere Kanus getroffen. Nie aber haben wir einen Erwachsenen mit einem oder gar zwei Kids alleine getroffen. „Toll, wie Sie das machen“, sagte mir mal eine Frau leise vor unserer Weiterfahrt. Erst im Nachhinein wurde mir bewusst, wie viel sie mir damit gesagt hat.
Kanu mit Kids
Wasser-Wander-Rastplatz: Wir sind startklar für die nächste Station
  1. 2. Mai 2017: Praxisgründung in Wunstorf Zu diesem Zeitpunkt leitete ich bereits Gesundheitskurse für Raucherentwöhnung und Stressmanagement. Nach unserem Umzug nach Niedersachsen, zu meinem heutigen Mann, eröffnete ich nun meine Praxis für Psychotherapie und Coaching. Mein Motto: Innerhalb kurzer Zeit, viel zu erreichen. Anstelle von jahrelangen Therapiesitzungen war es mir immer wichtig, ressourcenorientiert und kurzzeitig zu arbeiten. Mit dem Fokus auf das Gesunde das Ungesunde schwächen – Aktivierung der Selbstheilungskräfte.
Sitzecke in meiner ersten Praxis – Go for it!
  1. November 2018: Seminar mit Michael Grinder – Meine Hochsensibilität kommt ins Licht. Dieses Seminar zum Thema Gruppenführung bleibt mir in besonderer Erinnerung. Michael Grinder bezieht mein sehr genaues Gespür, meine hohe Sensibilität in das Seminar ein, beschreibt in sehr wertschätzender Weise seine Beobachtung. Wow! Seitdem gehe ich noch klarer, sensibler mit mir um. Ich mag einen gesunden Umgang mit Besonderheiten, auch bei mir selbst.
  1. Oktober 2019: Zugfahrt von Minden nach Bremerhaven: Geburt des M-PowerHauses. Mein Mann ist Lokführer, wir haben eine eigene Schule, in welcher LokführerInnen ausgebildet werden. An diesem Tag begleite ich ihn bei einer Fahrt. Im Führerstand fängt es an, in mir zu arbeiten. Wie kann sich ein Lokführer in einem Notfall schützen? Was kann er für sich machen, wenn beispielsweise ein Personenunfall, ein Schienensuizid passiert? Ich beginne, mein Selbstschutz-Konzept zu entwickeln, das sich nicht auf den Führerstand beschränkt.
  1. 26.05.2021: Online Coaching mit Robert Dilts Im Rahmen der Future Tools des DVNLP habe ich ein Online-Coaching mit Robert Dilts wahrnehmen können. Wie wunderbar! Zu dieser Zeit engagiere ich mich schon verstärkt in unserer Lokfahrschule Railconzept und bin mittendrin in meinen Plänen, die mentale Stärkung mehr in den Fokus der Ausbildung von LokführerInnen zu rücken. Ja, ich möchte nicht „nur“ Train Driver ausbilden, sondern auch Soul Driver. Passen meine Vorstellungen in die Lokführer-Welt? Robert Dilts und ich sind überzeugt davon.
Über Train Driver und Soul Driver: Im Prozess des Coachings die eigene Vision stärken – großartig!
  1. Heute: Inzwischen leite ich gemeinsam mit meinem Mann die Lokfahrschule. Im Eisenbahnbereich gewinnen Sicherheitsmanagement, Selbstschutz und Traumaprävention eine zunehmende Bedeutung. Das Zusammenspiel zwischen Einzelcoachings, Trainings und Vorträgen halte ich aufrecht. Wichtig ist mir dabei, mich nicht allein auf die Branche Eisenbahn zu begrenzen, sondern auch auf andere Unternehmen und ins Coaching zu übertragen.
Ein wenig platt aber zufrieden nach einem Fortbildungstag zu NLP Trainerin

5 Kommentare

  1. Wow! Was für eine bemerkenswerte Geschichte. Mich hat auch schon immer interessiert, warum wir Menschen uns so verhalten, wie wir uns verhalten und ich bin viele Jahr tief in das Thema Trauma eingetaucht weil ich einen sehr traumatisierten Mann an meiner Seite habe. Gleichzeitig fasziniert es mich, wie viel wir verändern und heilen können und wie Charakteränderung möglich wird. Ein sehr spannender Bereich, in dem Du wirkst.

    Liebe Grüße aus München von Marita

    • Herzlichen Dank, liebe Marita! Ja, es ist so viel möglich, manchmal müssen wir einfach nur machen und dabei darauf vertrauen, dass wir seelische Wunden auch heilen können. Jeden Tag aufs Neue haben wir die Chance dazu.

  2. Danke für deine Erzählung, liebe Marion! Sie hat mir sehr gefallen und ich freue mich für Dich, dass Du so gut Deinen Weg gefunden hast – da schwingt so viele Liebe, Selbstliebe und Mitmenschlichkeit durch, das berührt mich sehr. Und wie schön, dass Du eine so wichtige Stelle gefunden hast, Menschen zu helfen.
    Liebe Grüße von Anke

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Hallo, ich bin Marion Abend, Trainerin für Selbstschutz und Traumaprävention, Wegbegleiterin für Veränderungsprozesse

Gemeinsam entwickeln wir die Ziele und Wege, die für Ihre gesunde Weiterentwicklung wichtig sind. Ich freue mich darauf Sie kennenzulernen.