Wer hat es leichter im Leben?

Lieblingskind oder Schwarzes Schaf?

Wer hat es leichter im Leben?

Kinder werden unterschiedlich behandelt. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass es keine Gleichbehandlung in der Erziehung der Kinder gibt. Auch wenn die meisten Eltern danach streben, spielen sich bewusst und unbewusst Verhaltensweisen ab. Diese machen es nicht möglich. Zudem stellt sich die Frage: Wie sollen schließlich Eltern, die selbst keine Gleichbehandlung erlebt haben, diese an ihre Kinder weitergeben?
In meinem Artikel setze ich mich mit der Frage auseinander: Wer hat es leichter im Leben? Lieblingskind oder Schwarzes Schaf? Ein Kind, das immer in den Mittelpunkt gerückt wird, das mit Liebe befüllt wird und in das die meisten Erwartungen gesteckt werden? Oder aber das Kind, dem wenig Aufmerksamkeit gegeben wird, das eher mitläuft, vielleicht manchmal sogar für Missstände verantwortlich gemacht wird?

Vorab sei schonmal gesagt: Je unterschiedlicher Kinder behandelt werden, desto ungesünder ist es – für beide.


Welche Vorteile es hat, Lieblingskind zu sein

Das Lieblingskind erhält Wertschätzung von außen. Ihm wird es leichter gemacht, Erfolge wahrzunehmen und zu lernen, diese Erfolge auch zu feiern. Lieblingskinder erfahren einen besonderen Schutz durch andere und werden mehr behütet, wenn Gefahren von außen drohen. Es gibt bei den Eltern eine höhere Akzeptanz ihrer Verhaltensweisen. Sie werden in unterschiedlicher Weise bevorteilt, sei es in menschlicher Weise mit Nähe und Wärme oder auch in materieller Form.


Nachteile des Lieblingskindes

Im Mittelpunkt zu stehen birgt die Gefahr, einen hohen Erwartungsdruck in sich zu tragen. Nach dem Motto: „Wenn schon so sehr an mich geglaubt wird, dann bin ich auch etwas schuldig, dann muss ich abliefern.“ Das Gefühl der Fremdbestimmung kann dadurch im weiteren Verlauf des Lebens sehr prägend sein. Durch diese hohe Erwartungshaltung kann ebenso eine Selbstüberschätzung vorliegen, die es dem Lieblingskind erschweren kann, das gesunde Maß zu erkennen. Das Lieblingskind hat gelernt, Bestätigung von außen zu erfahren und kann damit weniger gut das Alleinsein aushalten.


Welche Vorteile es hat, Schwarzes Schaf zu sein

Das Schwarze Schaf ist stärker auf sich alleine gestellt und hat es damit leichter, ein unabhängiges Leben zu führen, ohne dabei Erwartungen anderer gerecht werden zu müssen. Es wird eher darin geschult, die Selbsteinschätzung zu stärken. Durch die Erfahrung, im Kampf um die Aufmerksamkeit der Eltern der Verlierer sein, entwickelt sich die Fähigkeit, scheitern zu können, weniger Angst vor Niederlagen haben zu müssen. Die Chance auf ein eigenständiges Leben ist dadurch größer.


Nachteile des Schwarzen Schafes

Das Schwarze Schaf macht die Erfahrung, dass die eigene Art zu sein, nicht wertgeschätzt wird. Es wird in menschlicher und/oder auch in materieller Weise benachteiligt. Die Gefahr, sich allein gelassen zu fühlen, ist dadurch sehr groß. Schwarze Schafe bekommen wenig Aufmerksamkeit, allenfalls in negativer Form. Sie fokussieren sich eher auf Misserfolge als auf Erfolgserlebnisse. Der Blick auf die eigenen Erfolge wird somit erschwert.


Fazit

Wenn ein Kind mit einem anderen verglichen wird, ist das eine Verletzung. Jede Form des Vergleichens verletzt.

Jiddu Krishnamurti

Eine unterschiedliche Behandlung ist für beide – für das Lieblingskind und das Schwarze Schaf – ungesund. Es verhindert eine gesunde Entwicklung sowohl des eigenen Lebens, als auch die Beziehung miteinander.

Geschwister entwickeln sich in idealer Weise auf Augenhöhe.

Wenn sie selbst aber diese unterschiedliche Wertigkeit in ausgeprägter Form erlebt haben, fällt das schwer. In meinen Coachings ist diese Ungleichbehandlung häufig ein Thema. Der Fokus aber ist sehr unterschiedlich: Während es bei dem „Lieblingskind“ eher darum geht, die Orientierung nach Innen zu finden und Mut zum Scheitern aufzubauen, sucht das „Schwarze Schaf“ eher den Halt nach außen und Mut, erfolgreich zu sein.

Ich freue mich, wenn du deine Gedanken zu diesem Beitrag mit mir teilst.
Hier findest du übrigens einige Fun Facts über mich.

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Hallo, ich bin Marion Abend, Trainerin für Selbstschutz und Traumaprävention, Wegbegleiterin für Veränderungsprozesse

Gemeinsam entwickeln wir die Ziele und Wege, die für Ihre gesunde Weiterentwicklung wichtig sind. Ich freue mich darauf Sie kennenzulernen.