Mein Motto 2026: Mehr Mitte, bitte!
Ja, genau das!
Mehr Mitte, bitte!
Mehr innere Mitte, mehr gemeinsame Mitte, mehr politische Mitte!
In diesem Jahr soll mich mein Motto dabei begleiten, den gegenwärtigen Herausforderungen mit Klarheit, Stabilität und Herz zu begegnen.
Nie zuvor habe ich eine Zeit unruhiger und herausfordernder erlebt als die jetzige.
Als Trainerin und Coach für Traumaprävention erlebe ich, dass individuelle Herausforderungen, äußere Umstände und die politische Weltlage auch von Kursteilnehmern, Coachees und Unternehmen als zunehmend kraftraubend erlebt werden.
Schnelle und große Veränderungen, wachsende Gegensätze, auseinander gehende Meinungen machen es schwer, den Überblick zu bewahren. Jetzt sind Anpassungsfähigkeit und Stabilität entscheidend, um konstruktiv handeln zu können.
Daher stelle ich mir einen Satz an die Seite, das mich von innen heraus stärkt: „Mehr Mitte, bitte!“ ist mein Leitsatz – mein Motto 2026 – , das mich durch Entscheidungen, Begegnungen und Herausforderungen trägt: mehr innere Mitte, mehr gemeinsame Mitte, mehr politische Mitte.
Dabei geht es mir um die bewusste Stärkung der inneren Basis mit dem stetigen Ziel, den Herausforderungen des Alltags kraftvoll zu begegnen.
Mein Motto 2026 „Mehr Mitte, bitte!“ verstehe ich zum einen als Orientierung für mich selbst, genau dahin immer wieder zurückzufinden. Was ich konkret mit „Mitte“ meine und was es mit den drei Kategorien innere Mitte, gemeinsame Mitte und politische Mitte auf sich hat, beschreibe ich mal genauer:
Diese Themen findest du in diesem Blogartikel
persönlich: Stabilität erhalten durch stetiges Finden der inneren Mitte
Die innere Mitte – und das meine ich ganz pragmatisch – ist der Zustand, in dem Denken, Fühlen und Handeln gut aufeinander abgestimmt sind.
Man nimmt wahr, was gerade passiert, ohne davon überwältigt zu werden.
Der Körper ist ausreichend reguliert.
Ruhiges Atmen ist dabei ein wichtiges Merkmal.
Klares Denken und gezieltes Reagieren sind möglich. Entscheidungen werden nicht impulsiv, sondern situationsangemessen getroffen. Praktisch bedeutet innere Mitte, auch unter Stress handlungsfähig zu bleiben und die Kontrolle über das eigene Verhalten zu behalten.
Die innere Mitte ist leicht zu finden, wenn das Leben gut läuft.
Spannend wird es dann, wenn das nicht der Fall ist. Wenn äußere Ereignisse, Informationen, Äußerungen oder auch innere Unklarheiten und Widerstände auftreten.
Nicht von der Mitte heraus zu agieren ist für das Nervensystem eine hohe Belastung, besonders dann, wenn das über einen langen Zeitraum passiert, sind unsere körperliche, seelische und geistige Fähigkeiten eingeschränkt.
Je mehr Irritationen da sind, desto entscheidender ist es deshalb, immer wieder in die Mitte zurückzufinden. Dabei geht es mir nicht um einen „Dauer-Omm-Zustand“, sondern um die bewusste und eigenverantwortliche Auseinandersetzung mit sich selbst, um im wahrsten Sinne des Wortes zu sich selbst zu finden.
Die innere Mitte liegt zwischen
laut werden – still bleiben
Problem lösen – Problem aushalten
Körper aktivieren (Bewegung)- Körper beruhigen (Atmung)
Fokus zentrieren – Aufmerksamkeit weiten
Struktur schaffen – flexibel bleiben
Verantwortung übernehmen – abgeben
Konflikt klären – Energie sparen
rationalisieren – emotional regulieren
Aktivität – Rückzug
Kraft mobilisieren – entspannen
bewerten – neutral wahrnehmen
sich zeigen – unsichtbar sein
verändern wollen – akzeptieren, was ist
Widerstand – Anpassung
beruflich: Weiterentwicklung fördern mit gemeinsamer Mitte
Je größer und beständiger die gemeinsame Mitte eines Unternehmens ist, desto mehr Weiterentwicklung und Stabilität. Durch Wegfall äußerer Stabilität wird diese noch bedeutsamer. Gesellschaftliche Umbrüche, wirtschaftliche Unsicherheiten, permanente Veränderungsprozesse und eine hohe Informationsdichte führen dazu, dass viele Menschen innerlich unter Daueranspannung stehen. Diese individuelle Belastung wirkt sich unmittelbar auf Teams, Zusammenarbeit und Leistungsfähigkeit aus.
Mitte bedeutet im beruflichen Kontext für mich daher, Verantwortung zu übernehmen, also in entscheidenden Momenten Antworten zu haben. Sowohl im Training, im Coaching und auch innerhalb meiner Tätigkeiten in der Lokfahrschule Railconzept nehme ich wahr, dass es zunehmend anspruchsvoller ist, die Mitte zu finden: intern, in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und auch innerhalb dieser Unternehmen. Besondere Situationen erfordern besondere Reaktionen. Unternehmensstrukturen müssen sich verändern, wenn äußere Veränderungen wirken. Den beruflichen Kontext möchte ich daher in diesem Jahr darauf legen, Voraussetzungen dafür zu schaffen, aus der Mitte zu agieren, gemeinsame Lösungen zu finden und auch unter besonderem Druck handlungsfähig zu bleiben. Konkret bedeutet das, Entscheidungen, Meeting-Abläufe, Trainings und Entwicklungsprozesse so zu gestalten, dass sie Verbindung schaffen und die gemeinsame Mitte im Arbeitsalltag stärken.
Langsam ist das neue Schnell.
politisch: Demokratie (be-)leben mit politischer Mitte
Demokratie lebt von Kontroversen und Konsens. Demokratie lebt davon, dass unterschiedliche Meinungen, unterschiedliche Haltungen und Werte zur Sprache gebracht und diskutiert werden. Eine Gesellschaft kann nur Demokratie bewahren, wenn Probleme gemeinsam gelöst werden. Streitgespräche führen, kontroverse Aspekte aushalten, Phasen der Unklarheit tolerieren. Vielleicht zermürbende Diskussionen zu führen, aber immer mit dem Ziel, Konsens herzustellen, zur Mitte zu finden. Demokratische Kultur stirbt, sobald sich der Einzelne oder Gruppen diesem Bestreben nach Mitte entziehen. Miteinander im Gespräch bleiben. Das gemeinsame Bestreben, sich in der Mitte zu treffen, ist die Basis der Demokratie, gerade dann, wenn Meinungen kontrovers sind.
In gleicher Weise, wie es im persönlichen Kontext wichtig ist, sich ständig neu zu zentrieren, gilt das auch im politischen Kontext. Angriff, Starre und Flucht sind nicht nur die Feinde einer gesunden Lebensführung, sondern auch die Feinde der Demokratie. So natürlich diese drei Stressreaktionen auch sind, müssen sie für eine gesunde Entwicklung in Handlungsfähigkeit umgewandelt werden.
Ich habe zunehmend Sorge um unsere gesellschaftliche Streitfähigkeit. Daher möchte ich dazu beitragen, diese am Leben zu erhalten, die politische Mitte stark zu machen.
Ich möchte streiten,
wenn nötig, auch ausufernd und zermürbend.
Dabei will ich mich interessieren für gegensätzliche Denkweisen.
Ich möchte sagen, was ich denke und auf Menschen treffen, die das auch möchten.
Ich möchte hinhören und wissen, dass auch ich gehört werde.
Ich will auf Menschen treffen, die nicht die schnelle Lösung, sondern Kompromisse suchen,
die nicht das Eigene, sondern das Gemeinsame in die Mitte stellen.
Und du?
Wie sich das Motto auf meinem Alltag 2026 auswirken kann
„Mehr Mitte, bitte!“ soll mich in meinem Alltag und in herausfordernden Situationen begleiten. Es gibt viele Wege, in die Mitte zu kommen. Hier mal eine kleine Auflistung der Möglichkeiten, die ich aktuell als besonders wirksam einschätze:
off-Zeit: Mir selbst erlauben, nicht immer erreichbar zu sein
Konsequente und regelmäßige Zeiten der Nichterreichbarkeit waren früher Selbstverständlichkeit. Heute sind sie für mich ein energiespendender Luxus.
digitale Souveränität: Bewusster Umgang mit digitalen Tools
Wo bekomme ich Informationen, die ich wirklich brauche?
Welche sozialen Medien bringen mich weiter? Was bremst oder wirft mich zurück? Mit welchen KI-Tools vereinfache ich meinen Alltag? Welche Apps sind hilfreich? Was kann weg? Ungesundes ausmisten, Nützliches implementieren
regelmäßige (Mikro-)Pausen: Zurück zu mir finden
Während der Termine insbesondere auf die kleinen Pausen achten, die im Alltag schnell mal untergehen können, aber ungemein wertvoll sind. Pausen so gestalten, dass sie sich tatsächlich auch so anfühlen.
weniger essen, mehr ernähren: Mit passenden Mahlzeiten die Mitte stark machen
Wenn möglich – während und auf jeden Fall nach besonderen Herausforderungen der Ernährung hohe Wichtigkeit geben. Essen hält Leib, Seele und Geist zusammen. Mit gut bekömmlicher und stärkender Nahrung ist es sehr viel leichter, wieder in die Mitte zu finden. Essen geht mit Fast Food und Fertiggerichten schnell. Ernährung aber braucht Zeit.
regelmäßige Kraftquellen: Rituale pflegen
Ob es darum geht, den Körper, die Seele oder den Geist zu stärken: Rituale sind Haltgeber, Anker im Alltag. Den Morgen möglichst oft mit einer einer kurzen Übung beginnen, den Abend für eine Reflexion nutzen. Einfach das, was ich als kraftgebend empfinde, verstärkt in den Alltag bringen.
Streitkultur stärken: Kontrovers diskutieren und dabei Konsens suchen
Auch wenn mich ein Thema emotional bewegt, weil es mich möglicherweise selbst betrifft oder meine Werte angreift, möchte ich zur Klarheit zurückfinden und dabei den Konsens im Blick haben, Spaltung keinen Raum geben.
Fazit
Es gibt viele Gründe und viele Möglichkeiten, den Fokus auf die Mitte zu richten. Ganz sicher, gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, dieses Motto für sich umzusetzen. Meine Liste wird sich daher bestimmt im Laufe des Jahres verändern. Auf einige Aspekte werde ich mehr Wert legen als auf andere und auch das wird sich ändern. Das alles ist nämlich ein stetiger Prozess. Dieser kommt immer dann in Gang, wenn ich mal wieder zu mir sage: „Mehr Mitte, bitte!“
Hast du auch ein Motto oder ein Wort, das dich durch das Jahr begleiten soll?



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