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Graue Haare – Ein neuer Ansatz

Gibt es einen Zusammenhang zwischen meiner Haarfarbe und meinem beruflichen Erfolg als Coach und Trainerin…und falls ja, was mache ich dann damit?

Seitdem ich von der Blogparade “grey is beautyful – killen graue Haare das Business von Frauen?” von Renate Schmidt hörte, beschäftigt mich diese Frage noch etwas mehr als zuvor. Auch wenn es äußerlich bei mir noch kein Thema ist, innerlich betrifft es mich bereits.

Nein, noch finde ich kein graues Haar. Aber ehrlich gesagt, suche ich danach auch nicht. Warum auch? Wahrscheinlich ist es jedenfalls, dass diese irgendwann auf mich zukommen, besser gesagt, aus mir heraus.

An wie vielen Kilometern Haarfarbe bin ich in meinem Leben wohl schon vorbeigelaufen?

Verschiedene Gedankensprünge ploppen in mir auf:

Ein Flurgespräch zweier Kolleginnen, die sich einstimmig darin bestärkten, dass Frauen mit grauen Haaren älter wirken und besser färben sollten.

Das eine oder andere Mal, als ich meiner Mutter beim Färben ihrer Haare half

Meine Großtante Hanna, die immer viel Wert auf ihr Äußeres legte und ihr graues Haar immer gekonnt frisierte

Im Wechsel tauchten Bilder von grauhaarigen Männern und Frauen in mir auf und ich beobachtete mich beim Vergleichen und Bewerten.

Was macht es einen Unterschied für MICH, ob eine Frau oder ein Mann ergraut ist? Wie stehe ich SELBST dazu? Kommt es nicht ganz allein darauf an?

Ich frage mich:

An wie vielen Kilometern Haarfärbemitteln mag ich in meinem Leben wohl schon vorbeigelaufen sein in all den unzähligen Märkten?

Wie viele Werbekampagnen habe ich zu diesem Thema bereits bewusst aber auch unbewusst auf mich wirken lassen?

WAS WILL ICH DENN EIGENTLICH SELBST?

Angenommen, mein beruflicher Erfolg ist stark verknüpft mit meiner Haarfarbe:

Ist der Inhalt meiner Arbeit möglicherweise weniger relevant, als ich das wahrhaben möchte?

Gerade als Trainerin oder Coach lerne ich doch täglich dazu. Mein Verständnis für Menschen wächst stetig. Meine eigene Freude am Lernen lässt mich dauerhaft wachsen und sucht nach neuen Herausforderungen. Und zutiefst überzeugt sage ich, dass es ein großer Wunsch von mir ist, meinen Erfahrungsschatz mit anderen Menschen zu teilen – mein Leben lang! Das wäre sogar ein Kriterium FÜR graue Haare: Mehr Erfahrungen, mehr Kenntnisse – mehr Schätze in mir. Was also sollte es dann für einen Sinn haben, den Erfolg meiner Tätigkeit von meiner Haarfarbe abhängig zu machen? Ich finde einfach keinen.

Eine weitere Frage stellt sich mir:

Was hätte es für Auswirkungen auf meine seelische Gesundheit, wenn ich künftig meinen stets wiederkehrenden und von mir ja nicht akzeptierten grauen Ansatz retuschieren würde?

Bereits wenige Tage nach einer Färbung würde ich ja wieder mit etwas konfrontiert, was ich innerlich ablehne. Ist es nicht viel einfacher und gesünder, die natürlichen Veränderungsprozesse schätzen zu lernen?

Ich finde ja!

Liebe Frauen, letztendlich liegt es an jeder von uns selbst, was wir daraus machen, was jede einzelne wirklich will, unabhängig von irgendwelchen Werbekampagnen oder Blogartikeln. Wir haben die Wahl.

Übrigens beobachte ich in der letzten Zeit, dass auch für die Männer die Haarfärbemittel-Regale länger geworden sind.

Ich bin entschlossen, weiterhin lediglich an diesen Regalen vorbeizulaufen.

Liebe Männer, vielleicht mache ich es damit ja auch dem einen oder anderen von euch leichter, erst gar nicht damit anzufangen.

Ein reizvoller Ansatz.

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One response

  1. Hallo Frau Abend,
    es ist super interessant Ihren Artikel zu lesen! Ich bin aber selber am zweifeln ob es so funktioniert!
    Es gibt Menschen die einen Friseur /färbebesuch als angenehm und für ihr selbstvertrauen brauchen.
    Ja, es ist Chemie und ich glaube immer schön und besser und noch schöner zu sein,dass es das ist!
    Das ist meine erste Reaktion, ich lese den Artikel morgen nochmal und schaue ob ich es genauso sehe,oder vielleicht durch meinen Job zu gefangen bin.
    Herzliche Grüße
    Kerstin Schuler :))

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